Unsere Chronik/ Veranstaltungen 

…die frühen Jahre der Kapelle

Im Jahre 1958 begann man mit der Probentätigkeit und mit dem Notenlernen. Josef Pallhuber „Maurer Seppl“ erklärte sich bereit diese Arbeit zu übernehmen. Es war für ihn nicht einfach, da er in Bruneck wohnte. Trotzdem fuhr er zweimal die Woche mit dem Fahrrad, mit dem Postauto oder dem Motorrad von Bruneck nach Antholz Niedertal und zurück. Es war eine große Aufopferung aus Liebe zur Musik und Heimat.

Bereits im Herbst 1959 begann Arnold Gottfried als 1. Kapellmeister mit der allwöchentlichen Probenarbeit.

Im Jahre 1968, unter der Leitung von Hans Knoll, versuchte man die Probearbeit zu intensivieren und wenn möglich Proben auch am Sonntag, besonders für die Jungmusikanten, abzuhalten.

Im Laufe des Jahres 1973 drohte sich eine große Krise sich anzubahnen, aber als sich Franz Knoll bereit erklärte, die Probenarbeit zu übernehmen, wusste man, dass es wieder aufwärts gehen würde. Franz ging ernsthaft an die Arbeit, er sorgte für Disziplin, schonte niemanden beim Einstudieren der Musikstücke und duldete keine Unpünktlichkeit oder Schwänzen - und hatte damit Erfolg.

Doch der Erfolg währte nicht lange und neuerlich begann es in der Kapelle zu kriseln. Ab 1976 übernahm Peter Kircher die Kapelle und holte sich in weiterer Folge sieben Musikanten aus Niederrasen, wo es noch keine Kapelle gab.  Damit wurde eine beachtliche Mitgliederzahl erreicht.

…die Krisenjahre

Nach großen Spannungen innerhalb der Kapelle kam es beim Sommerfest 1979 zum Eklat. Schriftführer Peter Oberhauser schrieb zu Vorfällen:

                       So problemlos es schien, in Wirklichkeit nicht war

                       doch manchen schien die Sache nicht recht klar

                       die Veranstalter da nachlässlich waren die Publikation

                       für sie da ist gar schlechter der Ton

                       und auch Musikanten sind in Stimmung so ganz mieß

                       weil man sie scheint gar zur Türe wies

                       in dem munteren Treiben Hetzen

                       wird vernommen dann auch lautes Petzen

                       der Kapellmeister sei nicht akzeptabel

                       der Obmann nahezu miserabel

                       auch sonst gäbe es Musikanten hier

                       die in Niedertal nicht brauchbar schier.

                       mit des Festes frohem Sinn

                       war’s  bei Einigen dahin

                       und man gibt so ganz kleinlaut bei

                       mit der Josef Leitgeb Kapelle könnt’s sein da am End bald vorbei.

                       Jedenfalls für diesmal bleib das Verständnis auf der Strecke

                       und man so nicht gut weiterkommt um zu dienen dem Zwecke,

                       lebendiger zu gestalten im Dorf das Leben

                       und weiterhin auch für Kultur zu streben.

                       Trotz da ist die Stimmung einmal ganz hernieder

                       Hofft man doch sehr „zu und wider“

                       Dass wir weiterhin bleiben mögen der Dorfgemeinschaft lustige Knecht,

                       mit Konzerten und Sommerfest

                       ein bisschen erfreuen auch die Gemüter zu Recht.

Nach diesen Vorfällen sind von 37 zählenden Mitgliedern, 13 – vorwiegend junge – Musikanten aus der Kapelle ausgetreten.

1982 wurde eine außerordentliche Vollversammlung einberufen. Grund dafür war erneut der schwache Probenbesuch. Jedes Mitglied war eingeladen, seine Meinung dazu zu äußern. Der Kapellmeister gab zu verstehen, dass es auf diese Weise nicht weitergehen kann. Um den Zerfall der Kapelle zu verhindern, versprachen die Mitglieder, doch wieder fleißig zu den Proben zu erscheinen. Unter dieser Bedingung versprach auch der Kapellmeister weiter zu machen.

In den Folgejahren wurden trotz ständigen Kapellmeisterwechsels die Probenbesuche nicht wesentlich besser.

Erst Mitte der 90er Jahre schien die Krisenzeit überwunden zu sein.

Probelokal und Pavillon:

Nach einigen Jahren Probetätigkeit im Religionszimmer des Pfarrers wuchs allmählich die Zahl der Musikanten und das Probelokal wurde zu eng. Man suchte notgedrungen einen Ausweg.

„Pallhuber Ando“ – Messner Andreas stellte seine neu erbaute Werkstatt zur Abhaltung von Proben zur Verfügung. Nicht einfach für ihn, aber seien Begeisterung kannte keine Grenzen.

Erst im Jahre 1972 wurde im Kellergeschoss  des Schulhauses das neue Probelokal eingerichtet.

Gleichzeitig wurde der Bau eines Mehrzweckhauses ins Auge gefasst und vom Ausschuss befürwortet und von der Vollversammlung am 1972 gutgeheißen.

1973 zog die Kapelle vom Schulhaus in das Probelokal im neu erbauten Vereinshaus um, welches mit großzügiger Unterstützung der öffentlichen Hand eingerichtet wurde.  

Genauso wie der Standort des Probelokals wechselte, variierte man auch bei den Aufführungsorten der Konzerte; man spiele bei den verschiedenen Gasthäusern des Dorfes auf. Es wurde vielfach der Wunsch nach einem zentral gelegenen Pavillon geäußert.

Am 8. Juli 1984, anlässlich des 25-jährigen Bestandsjubiläums der Josef-Leitgeb-Kapelle, wurde der neu erbaute Pavillon eingeweiht. Erbaut und finanziert wurde er großteils von der Fraktionsverwaltung unter dem Vorsteher Burger Alois.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Josef-Leitgeb-Kapelle war der Umzug in das Probelokal im Kellergeschoss des neuen Schulgebäudes. Offiziell eingeweiht wurde es im Jahre 1998, seitdem probt die Kapelle in diesen Räumlichkeiten.